[A life with horses]

Wer braucht Reitlehrer aus Fleisch und Blut?

von Jeannette Aretz

Datum: 26.02.2016


a life with horsesAm Wochenende gibt's hier einen Text aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Foto: Klara Freitag

 

Motivation für das Wochenende  


Mein Bücherschrank ist voller Reitliteratur. Ich habe für jede Lebenslage einen Tippgeber zur Hand: 

 

Wie man den Geist so einstimmt, dass man perfekt trainieren kann. 

Wie man Jungpferde an die Ungeheuer da draußen gewöhnt. 

Wie man Pferde massiert.

Wie man sie füttert.

Wie man sie nicht füttern sollte. 

Welche Ideen aus gutem Reitunterricht einen besonders effektiven und interessanten Reitunterricht macht. 

Wie man Horsemanship und Dressur verbindet. 

Welche Hengst- und Stutenlinien man kennen sollte. 

 

Ich mag das. Auf meinem Nachttisch liegen immer zwei, drei Bücher (aktuell: Perfect mind – perfect ride (empfehlenswert!) und Buck Brannaman (schon ausgelesen und drüber hier geschrieben, schön zum schmökern)). 

 

Auf meinem Rechner befinden sich so viele Lesezeichen zu interessanten Artikeln zum Pferd, dass ich beinahe „hunderte“ geschrieben hätte. Ich bin in zig facebook-Gruppen zu Pferdethemen. Wenn ich Sport mache daheim, gucke ich mir zugleich ein pferdiathek-Video an. Ich mag nämlich keinen Sport, aber ich mag es, zu lernen. Ich mag es, mir anzusehen, wie Ingrid Klimke, Falk Stankus oder Uta Gräf ein Problem angehen, und das dann in meinem Kopf mit in den Stall zu nehmen. 

 

Ihr seht: Input hoch zehn. 

 

Kurzer Vergleich – vor 15, 20 Jahren hatte ich keine Ahnung, welches Buch nützlich sei zu lesen – ich konnte Autoren und Lehrmeister noch nicht einordnen. Es gab außer ein paar Pferdemagazinen keinen Hinweis darauf, was sich lohnen würde. Und die Buchrezensionen, die dort drin standen, halfen kaum – drei Sätze, fertig. Es gab kein Internet in dem Maße wie heute, und ein Lehrfilm lag allenfalls mal unterm Weihnachtsbaum. Ich klammerte mich an die Bücher, die ich gut fand, als seien es die größten Schätze auf Erden. Und schaute ansonsten, was ich vor Ort lernen konnte. 

 

Das passte oft nicht zusammen. Da traf dann das Vermöbeln der Schulpferde durch die Reitlehrerin (meine damalige Realität) auf den Bücherschrank mit Linda Tellington-Jones drin und Ursula Bruns. Sehr verwirrend, für Teenager.

 

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das heute noch so passieren könnte. Nie waren die Türen zum Lernen so offen wie heute. Es gibt Lehrfilmportale, Gruppendiskussionen, durch das Internet erfährt jeder, wo man was in Deutschland lernen kann, ob es ein Kurs, ein Seminar oder simpler Reitunterricht ist. Es gibt neuerdings sogar Online-Seminare, Webinare, zu Pferdethemen (auch schon getestet, Thema Fütterung, war gut, hätte ich mir aber auch anlesen können, war nur zu faul dafür!). Fakt ist: Nie konnte man sich einfacher ein Koordinatensystem aneignen, welcher Lehrstil zu einem passt und welcher nicht. Wo man Ausbilder findet, die das unterrichten, was man lernen möchte. 

 

Kleiner Haken an der Sache: ob man das alles so richtig macht, wie man es denn lernt, in den Büchern, online, in Webinaren – das kann einem nur der Ausbilder sagen, der vor einem selbst steht. Leibhaftig und real.

 

 

 

*************

Am Wochenende gibt's im pferdiathek-Magazin immer einen Artikel aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Zur Einstimmung ins Wochenende spreche ich, Jeannette Aretz, hier oft über Motivation & Gedanken zum Reiten und erzähle, was ich so mache, wenn ich gerade nicht am Laptop sitze und über berühmte Pferde und Menschen schreibe.

Ein entspanntes, wunderbares Wochenende wünscht das gesamte pferdia tv-Team! Tipp: Unsere Filme schauen sich besonders gut auf dem Sofa, mit einer Decke um die Beine und viel Muße am Wochenende. Haben wir mehrfach getestet und für hervorragend befunden!

 

Besser Reiten, FN-Verlag 


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