[A life with horses]

Böser Reiter – guter Reiter

von Jeannette Aretz

Datum: 04.12.2015


a life with horses

 

Motivation für das Wochenende

 

Lieben, verzeihen, gnädig miteinander umgehen. Darum geht’s doch an Weihnachten. 

 

Und an der Bande? Und auf dem Turnier?

 

Wir machen uns so viele Gedanken um die Pferde. So soll das ja auch. Doch was ist mit der Person neben dem Pferd? Was ist mit dem Menschen im Sattel? 

 

Ist ja alles völlig unkompliziert, solange wir das okay finden, was derjenige da tut. Der Stallkollege, der Typ auf dem Abreitplatz, der lokale Trainer.

 

Aber was ist, wenn es uns wirklich missfällt? 

 

Mund aufmachen, tuscheln, Videos drehen, sich abwenden?

Das ist die Frage der konkreten Situation. 

 

Ich wollte mit Euch heute jedoch über etwas anderes, etwas Generelles nachdenken. Wegen Weihnachten, Liebe, verzeihen, gnädig miteinander umgehen und so. 

 

Also: seid Ihr bereit für eine Runde Nachdenken? 

Denn die Frage ist doch: Warum behandeln Menschen Pferde schlecht?

 

Wer sein Pferd traktiert, tut das überwiegend nicht aus Lust oder fehlender Selbstbeherrschung heraus. Dazu braucht es mehr, auch wenn vielleicht eines von beiden mitschwingt. Wenn man unfair reitende Menschen fragt, was sie da tun und warum, dann sagen sie häufig Sätze wie:

 

„Da muss er durch!“

„Ich lass mir doch nicht auf der Nase herumtanzen.“

„Ich dachte, das muss jetzt sein.“

„Sonst läuft er gar nicht.“

„Der ist einfach dominant!“

„Das lasse ich mir nicht gefallen, da hat der ja nach gefragt!“ 

 

All diese Gründe sagen: Der Mensch denkt, es geht nicht anders. Es ist scheinbar keine Alternative vorhanden. 

Er sieht das Pferd als Gegenspieler und weiß sich keinen anderen Rat.

 

Oft merken Reiter in solchen Situationen, dass irgendetwas schief läuft. Doch sie trauen sich nicht, aus den gängigen Vorschlägen auszusteigen. 

Einerseits ist das Umfeld dabei sehr prägend: Wer umgeben ist von Menschen, die schon mal unfair handeln, sieht dieses unfaire Handeln zumindest als einen möglichen Weg – auch wenn er es generell gern anders hätte. 

 

Die Hemmschwelle, sich selbst so zu verhalten, sinkt automatisch. Dann wird es erst im Guten versucht, ja, und wenn das nicht klappt, dann hat der Gaul es ja nicht anders verdient... siehe oben.

 

Manche Reiter haben schlichtweg kein Alternativkonzept zur Hand. Denn: sie würden ja gern anders, wissen aber nicht wirklich wie.

Also, was tun?

 

Einfach machen.

Besser machen.

Nicht verurteilen.

 

 

*************

Freitags gibt's im pferdiathek-Magazin immer einen Artikel aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Zur Einstimmung ins Wochenende geht es dabei immer um Motivation & Gedanken zum Reiten.

Ein entspanntes, wunderbares Wochenende wünscht das gesamte pferdia tv-Team! Tipp: Unsere Filme schauen sich besonders gut auf dem Sofa, mit einer Decke um die Beine und viel Muße am Wochenende. Haben wir mehrfach getestet und für hervorragend befunden!

 

Das Pferd in positiver Spannung, FN-Verlag 


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