[A life with horses]

Welcher Putztyp bist Du?

von Jeannette Aretz

Datum: 12.08.2016


 

pferdia tv Ich bin gespannt - erkennt Ihr Euch und Eure Stallkameraden wieder?   Foto: Klara Freitag 

 

 

Die Meditative

Was sie da so tut, weiß hinterher keiner mehr. Die Mitreiter nicht, das Pferd nicht, sie selbst auch nicht. Allerdings steht das Pferd da mit hängender Unterlippe, halb geschlossenen Augen und ist entspannt wie nie. Mitreiter planen schon immer eine halbe Stunde extra ein, weil sie wissen, bei ihr ticken die Uhren langsamer. Sorgsam wird jedes Häarchen gekramt, dazwischen geschmust und dann das Pferdchen genauso sorgsam ausstaffiert. Gern auch Ton in Ton. Es dauert. Das Pferdchen genießt. Irgendwann fällt ihr Blick auf die Uhr. Ach, Reiten? Uuups, dafür ist nur noch eine halbe Stunde da. 

 

Die Sportliche

Die Sportliche konzentriert sich auf Elementares: Sattellage, Kopf und Hufe werden gründlich gereinigt, der Rest des Pferdes wird im flotten Programm einmal übergewischt. Das muss reichen, denn bewegen ist wichtiger als Haarpflege. 

 

Die Kosmetikerin

Ihre Putzkiste reicht schon lange nicht mehr aus, alle Spezialmittelchen finden sich auch in der professionellen Putztasche zum Umhängen und im großzügigen Sattelschrank. Es gibt Öl für den Haaransatz, Lotion für die Hufe, Fliegenspray, Glanzspray, Entknotungsspray, Roll on für den Kopf. Für jedes Einsatzgebiet ist eine Flasche und ein Tiegel da. Ach, und ein paar praktische Tücher zum Drüberwischen (eine Packung fürs Sattelzeug, eine für den Pferdekopf, eine für ihre Stiefel). Handcreme, Lipgloss, Feuchtigkeitsspray für den Menschen hat sie auch im Schrank.Wenn Du die ultimativen Einkaufstipps erfahren möchtest: Sie erzählt Dir gern von ihren Produkterfahrungen! 

 

Die Nicht-Putzerin

Es dauert maximal drei Minuten, dann ist das Pferd geputzt, weitere zwei, und Sattel und Zaumzeug sind drauf. Schlammkursten am Kötenbehang (ja, meist trifft man bei dieser Sorte auf Robustpferderassenbesitzer!), Stroh im Schweif? Überbewertet, sagt diese Spezies und treibt die Mitreiter an, doch endlich mal vorwärts zu machen, um losziehen zu können!

 

Die Traditionelle

In der Putzkiste liegen die Bürsten schön geordnet. Jeweils paarweise mit der Haarseite ineinandergesteckt. Es gibt hier Rosshaarbürsten mit Lederschlaufen, manche sind Jahrzehnte alt. Niemals würde sich in die Putzkiste der Traditionellen eine bunte Plastikbürste verirren, kein Nadelstriegel und erst recht keine magic-brush-Bürste! Vor jedem Ritt wird der Schweif von Hand verlesen und natürlich gibt’s kein Glanzspray oder sonstige neumodische Kinkerlitzchen im Putzkasten. 

 

Die Soziale

Die Soziale putzt nur mit Augenkontakt zur Nachbarin und plaudert über all die süßen Sachen, die ihr Hotte letztens gemacht hat. Sie erzählt von den letzten Errungenschaften und Instagram-Posts aus, über den Job, den Freund, das Essen. Typische Haltung: Sie steht gern mit der Putzbürste in der Hand neben dem Pferd, ohne das Pferd zu berühren. In dem Moment ist das Erzählen gerade zu spannend geworden, um noch ans Striegeln zu denken. Sie ist sehr sozial, oft sehr lustig, und braucht lange, ohne dass das Pferd wesentlich sauberer wird.

 

 

P.S.: Und Ihr so? Also ich bin in dieser Disziplin echt sportlich ;o)!

 

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Am Wochenende gibt's im pferdiathek-Magazin immer einen Artikel aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Zur Einstimmung ins Wochenende spreche ich, Jeannette, hier oft über Motivation & Gedanken zum Reiten und erzähle, was ich so mache, wenn ich gerade nicht am Laptop sitze und über berühmte Pferde und Menschen schreibe.

Ein entspanntes, wunderbares Wochenende wünscht das gesamte pferdia tv-Team! Tipp: Unsere Filme schauen sich besonders gut mit viel Muße am Wochenende. Haben wir mehrfach getestet und für hervorragend befunden!

 

 

DressurReiten ohne Druck und Zwang, FN-Verlag


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